Die Montage nach RAL ist die in Deutschland anerkannte Qualitätsrichtlinie für den Einbau von Fenstern und Außentüren. Sie wird durch den Verband Fenster + Fassade (VFF) und das RAL Institut herausgegeben und definiert verbindliche Anforderungen an die Anschlussfugen, Abdichtung und Befestigung. Eine Montage nach RAL stellt sicher, dass Wärme- und Schallschutz des Fensters auch in der Einbausituation wirken.
Drei Ebenen der RAL-Montage
Das Prinzip „innen dichter als außen“ mit drei Funktionsebenen:
| Ebene | Material | Funktion |
|---|---|---|
| Innen | Dampfsperre, z.B. Folie | Verhindert Feuchteeintritt |
| Mitte | Wärme- und Schalldämmung | Verfüllung der Fuge (PU-Schaum) |
| Außen | Dampfdiffusionsoffen | Schlagregenschutz, Trocknung |
Wichtige Anforderungen
Die RAL-Montage stellt klare Vorgaben:
- Befestigung: Konstruktionsschrauben oder Rahmendübel im Abstand max. 70 cm
- Fugenbreite: typisch 10 bis 20 mm umlaufend
- Abdichtung: luftdicht und schlagregensicher
- Lastabtrag: tragfähige Klötze als Auflagepunkte
- Dokumentation: nachweispflichtig durch Montagebetrieb
Auch das beste Fenster bringt nichts, wenn der Einbau pfuscht: Mehr als die Hälfte aller Wärmebrücken und Bauschäden entstehen durch fehlerhafte Montage – die RAL-Richtlinie verhindert das.
Nutzen und Anwendungsbereiche
Eine Montage nach RAL ist Pflicht bei:
- Neubauten nach GEG (Gebäudeenergiegesetz)
- Fördermaßnahmen über BAFA oder KfW
- Allen Fenstern mit höherem Schallschutzanspruch
- Bauten mit Gewährleistungsanspruch des Herstellers
Mit fachgerechter Anschlussabdichtung wird der gute U-Wert auch in der Praxis erreicht. Kombiniert mit hochwertigen Fenstern und korrekter Wärmebrückenvermeidung entstehen langlebige, schimmelfreie Anschlüsse zwischen Fenster und Wand.