Pilzkopfverriegelung

Pilzkopfverriegelung schützt Fenster vor Aufhebeln. Funktion, Sicherheitsklassen RC und Empfehlungen für mechanischen Einbruchschutz erklärt.

Die Pilzkopfverriegelung ist eine spezielle Beschlagstechnik bei Fenstern und Türen, die als wirksamer mechanischer Einbruchschutz dient. Statt einfacher Rollzapfen besitzt die Verriegelung pilzkopfförmige Zapfen, die beim Schließen des Fensters formschlüssig in Sicherheitsschließbleche greifen. Dadurch lässt sich das Fenster nicht mehr aufhebeln. Pilzkopfzapfen sind Pflicht für die Widerstandsklasse RC2 nach DIN EN 1627.

Aufbau und Funktion

Eine moderne Pilzkopfverriegelung besteht aus mehreren Komponenten:

Komponente Funktion
Pilzkopfzapfen Verkrallt sich im Schließblech
Sicherheitsschließblech Verstärkt im Rahmen verschraubt
Eckumlenkung Verbindet Verriegelungspunkte
Abschließbarer Griff Verhindert Öffnen von außen

Empfohlene Anzahl Verriegelungspunkte

Je nach Fenstergröße und Sicherheitsniveau:

  • Standard: 2-4 Pilzkopfzapfen pro Fenster
  • RC2: mindestens 4 umlaufende Verriegelungspunkte
  • RC3: 6 oder mehr Pilzkopfzapfen
  • Abstand: typisch maximal 70 cm zwischen Zapfen

Über 80 Prozent aller Einbrüche erfolgen über aufgehebelte Fenster und Terrassentüren – eine Pilzkopfverriegelung verlängert den Hebelversuch deutlich und schreckt Täter ab.

Nutzen und Anwendungsbereiche

Pilzkopfverriegelung wird heute eingesetzt bei:

  • Neuen Fenstern in Wohngebäuden (Standard)
  • Sicherheitsfenstern für Erdgeschoss und Balkon
  • Nachrüstung in Bestandsgebäuden
  • RC2- und RC3-zertifizierten Fenstern

Eine fachgerecht installierte Pilzkopfverriegelung ist die Basis für mechanischen Einbruchschutz. In Kombination mit abschließbaren Fenstergriffen und einer Alarmanlage entsteht ein abgestimmtes Sicherheitskonzept für moderne Wohnhäuser.